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Montag, 14. Dezember 2015

(Rezension) For Good - Über die Liebe und das Leben von Ava Reed

 
Hallo meine Lieben!
 
Heute möchte ich euch ein ganz besonderes Buch vorstellen:
 
For Good - Über die Liebe und das Leben von Ava Reed
 
(Achtung Taschentuchalarm!)
 
Klappentext:
Was würdest Du tun, wenn Du das verlierst, was Deinem Leben einen Sinn gab? Das, was Du mehr als alles andere auf dieser Welt geliebt hast. Würdest Du aufgeben? Nach dem Tod ihrer großen Liebe Ben, beginnt Charlie in Trauer zu versinken. Immer wieder erinnert sie sich an die vergangenen Zeiten, in denen sie ihn kennen- und lieben lernte. Doch der Verlust droht sie zu ersticken und blind zu machen für das, was das Leben ausmacht. Charlie zieht sich völlig zurück und beginnt zu verstehen, dass nichts je wieder so sein wird wie es einmal war.
 
Erster Satz:
Ein paar Sonnenstrahlen stehlen sich durch den Vorhang und scheinen mir ins Gesicht.
 
Eigene Inhaltsangabe:
Charlies kleine, perfekte Welt liegt plötzlich in Trümmern. Sie hat in einem kurzen Augenblick alles verloren, was sie über alles geliebt hat, was ihrem Leben überhaupt einen Sinn gab - ihren Ben, ihren Seelenverwandten - ihre große Liebe. Seit dem sind schon über 5 Wochen vergangen und sie kann sich nicht von ihm verabschieden und ihn loslassen. Die Trauer sitzt zu tief und droht sie mit jeder Minute, die vergeht zu ersticken. Charlies Freunde und Eltern sind der Ansicht, dass sie langsam lernen sollte, mit dem schrecklichen Verlust umzugehen und wieder in ihr altes Leben zurückkehrt... doch Charlie weiß nicht mehr, wie sie jemals jemanden an sich heranlassen kann. Sie kann es sich nicht vorstellen, jemals wieder zu lachen, geschweige denn, für einen kurzen Augenblick wirklich wieder glücklich zu sein. In ihrem Kummer zieht sie sich immer mehr zurück und schottet sich von der Außenwelt ab. Das einzige was ihr außer der klaffenden Wunde und dem Loch in ihrem Herzen geblieben ist, sind Erinnerungen an Ben, die sie Revue passieren lässt. 
Wird Charlie es schaffen, wieder ins Leben zurück zu finden, nachdem man ihr für immer das entrissen hat, was ihr alles bedeutet hat?
 
Meine Meinung:  
Ich habe von der Autorin bereits ihren Debütroman "Spiegelsplitter" gelesen und war damals schon richtig begeistert. Deshalb habe ich seit Monaten dem zweiten Buch von ihr "For Good - Über die Liebe und das Leben" entgegengefiebert, auch wenn es sich dabei nicht um mein Lieblingsgenre Fantasy handelt. Als es dann so weit war, habe ich mir dieses Buch gleich am Erscheinungstag geholt und habe sofort mit dem Lesen angefangen. Ich muss sagen, ich habe eine rührende Geschichte erwartet, die von einem schlimmen Verlust handelt und wie man damit umgeht. Im Grunde stimmt das ja auch, aber die Geschichte bietet einfach so viel mehr! Das Buch ist von unzähligen tiefgehenden Gefühlen geprägt - wie z.B. pures Glück und Schmerz, den man nicht aushalten kann - und will.
Natürlich lasse ich mich während des Lesens auf jede Geschichte ein, soweit sie mich anspricht. Aber bei "For Good" ist das einfach etwas anderes. Man kann dieser Geschichte nicht entkommen, man kann nicht gleichzeitig andere Bücher lesen, ohne an Charlie und Ben zu denken, die einen nicht mehr loslassen.
 
Obwohl es schon etwas her ist, dass ich das Buch verschlungen habe, weiß ich noch ganz genau, dass ich gleich, nach dem ich die erste Seite gelesen habe, Tränen in den Augen hatte. Der eine Grund war natürlich, dass ich als Leserin gemerkt habe, in welche traurige Richtung sich der Roman entwickelt, aber auch, dass zu Anfang etwas angedeutet wurde, was mir sehr nahe ging... Die liebenswürdige Charlie erklärt Ben, wie es seinem Hund Pepper geht, dass er langsam älter wird. Ich weiß, vielleicht können das nicht alle nachvollziehen, aber das war schon der Punkt, an dem mich die liebe Ava gepackt hatte. Ich habe auch einen Hund, dem ich bei dem Älterwerden zusehen muss und es berührt mich schon sehr. Zudem gab es in der Geschichte einfach so viele Augenblicke, bei denen ich an meinen Mann denken musste und an unsere Ehe. Ich hatte oft das Gefühl, dass Charlies Erinnerungen sich mit meinen vermischten, da es viele ähnliche Situationen gab. Das trug dazu bei, dass ich praktisch gezwungen war, mich mit Charlies Schmerz und Verlust auseinander zu setzten und das ist etwas unvorstellbares und etwas, womit ich persönlich ebenso niemals zurecht gekommen wäre. An dieser Stelle möchte ich meinem Mann etwas sagen, etwas simples, nicht weltbewegendes, aber es ist für mich sehr bedeutend - du bist mein Ben <3 Ein Satz, den wohl jeder verstehen wird, nach dem er das Buch gelesen hat....
 
Gerade fällt es mir schwer, eine Rezension zu diesem genialen Buch zu schreiben. Ich möchte einfach nicht zu viel verraten, außer, dass es einem das Herz bricht, einem den Atem nimmt, aber auch Hoffnung spendet und Licht zeigt, wo eig. keins da ist. Ich habe viele berührende Romane gelesen, wie z.B. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" etc. aber das ist überhaupt kein Vergleich. "For Good" hat mich zutiefst berührt und das in ganz überraschenden Momenten, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Ich war auf dieses Buch nicht gewappnet, nicht vorbereitet genug, aber ich habe jede einzelne Seite genossen, denn sie hat tausende Gefühle in mir an die Oberfläche gespült. Ich war in einem einzigen Augenblick am Boden zerstört und musste dennoch über das Glück lächeln, das Charlie eins verspürt hatte.
 
Der Schreibstil von Ava Reed ist sehr flüssig und fesselnd. Die Autorin lässt ihre Protagonistin Charlie die Geschichte erzählen, in der es abwechselnd Kapitel aus der Gegenwart gibt und solchen, die aus Erinnerungen bestehen. Zudem wurden alle Kapitel mit wunderschönen Zitaten und Gedichtausschnitten versehen. Das alles trug dazu bei, dass man in die Geschehnisse noch besser eintauchen konnte. Ich persönlich, liebe es, wenn ein Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, weil ich mich somit besser in die Protagonisten hineinversetzen kann. Wahrscheinlich gibt es aber noch einen anderen Grund, warum die Geschichte einen so sehr berührt. Nämlich dass alles sehr realitätsbezogen ist. Die Liebesgeschichte von Charlie und Ben ist wunderschön, aber sie ist nicht außergewöhnlich oder perfekt, wie in einem Märchen. Beide haben sich gefunden, haben sich geliebt und haben ein Leben gelebt, wie du und ich. Was man Charlie genommen hat, ist unvorstellbar, dennoch ist es etwas, was in dieser ungerechten Welt passiert und es hätte jeden treffen können - mich oder dich. Deshalb ist dieses Buch genial, einzigartig, tiefgründig und absolut authentisch.
 
All die wichtigen Charaktere fand ich sehr gut ausgearbeitet. Sie waren alle recht unterschiedlich, das einzige was sie aber gemeinsam hatten, war die Tatsache, dass sie ihre Ecken und Kanten hatten, Stärken und Schwächen. Auch die sympathische, humorvolle Charlie ist keine perfekte Person. Sie trifft Entscheidungen, die sie später bereut, bricht einen unnötigen Streit vom Zaun oder ist einfach nicht stark genug um mit einem Verlust zu leben und um weiter zu machen.
 
Die Handlung ist stets spannend. Egal ob es sich in dem Buch um Erinnerungen handelt oder um die Gegenwart, jedes Kapitel endet so, dass man unbedingt wissen muss wie es weiter geht - obwohl man schon eine Ahnung hat und obwohl man weiß, dass es zutiefst schmerzen wird, weiter zu lesen...
Ich konnte jedoch nicht damit aufhören und es war mir unmöglich das Buch aus der Hand zu legen.
 
Das Ende ist wie das Buch selbst - traurig und wunderschön zugleich. Es bricht einem das Herz und spendet Hoffnung. Ich hätte mir keinen besseren Abschluss für die Geschichte vorstellen können!  
 
Nun möchte ich mich auch bei der Autorin bedanken - liebe Ava Reed, ich danke dir, dass du so wunderschöne Bücher schreibst, die mich berühren und in mir etwas bewegen, ob von mir gewollt - oder ungewollt. Mit deinen Geschichten machst du die Welt ein kleines Stückchen besser, in dem es uns bewusst wird, wie schön das Leben sein kann, dass es noch Wunder und Hoffnung gibt, obwohl kein Licht mehr am Horizont zu sehen ist. DANKE! Auch dafür, dass es mir gerade unendlich schwer fällt, mich von deinen Charakteren Charlie und Ben zu trennen - das bedeutet dass dein Buch in jeder Hinsicht perfekt war - auch ohne perfekte Menschen darin, ohne eine perfekte, märchenhafte, bilderbuchähnliche Liebesgeschichte oder ohne eine perfekte, vorbildliche Story, die in der Realität keinen Platz gefunden hätte.
 
Zitat:
Ich höre deine Stimme in meinem Kopf, Ben. Deine wundervolle, warme und dunkle Stimme. Du flehst mich an, nicht aufzugeben. Das Leben wäre wundervoll und ich solle jede Sekunde davon genießen, mir jede Ecke dieses Planeten ansehen und erleben. Doch ich schüttele nur meinen Kopf und antworte dir, dass du mein Leben warst. Du und nichts anderes! Bevor du in mein Leben getreten bist, da wusste ich nicht, wie schön es sein kann und wie vollkommen. Ich existierte, aber ich lebte nicht. Nun bist du fort, Ben, und mit dir mein Leben.
 
Cover:
Das Cover finde ich wunderschön und sehr gelungen. Das Mädchen das man hier sieht, sticht durch wunderschöne goldblonde Haare, die auch Charlie ausmachen. Überhaupt ist das Cover in einem wunderschönen Geld gehalten - nicht grell, sondern in einem schönen, verträumten Senfgelb, das mich an einen späten Sommernachmittag erinnert...  
 
Fazit:
Die talentierte Autorin Ava Reed, hat es wieder einmal geschafft, sich selbst zu übertreffen. Ich bin immer noch mit Gedanken bei Charlie und Ben und ich glaube dass die beiden und ihre Geschichte mich nicht mehr so schnell loslassen werden.
Das Buch hat mir einmal mehr vor Augen geführt, wie grausam und überraschend das Schicksal sein kann. Dass es einem kurzerhand alles rauben kann - ganzes Glück, das man besitzt und den Sinn im Leben. Aber es kann einem auch etwas schenken - das Schicksal gibt einem auch die Hoffnung wieder zurück, die man schon längst geglaubt hatte, verloren zu haben.
Ich kann das Buch wirklich JEDEM ans Herz legen und weiter empfehlen. Es ist mein absolutes Lesehighlight und nun mein Lieblingsroman. Obwohl das Buch nur um die 250 Seiten hat, überrascht und überzeugt es, mit einem Tiefgang, der heutzutage nur selten anzutreffen ist. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals ein Buch gelesen zu haben, das mich dermaßen aufgewühlt, traurig und glücklich gemacht hat. Es ist auch unmöglich, dabei nicht zu weinen und ich rate euch - besorgt euch jede Menge Taschenbücher, bevor ihr euch "For Good" zulegt!!!
 
Von mir gibt es 5 von 5 möglichen Sternen!
 
 
Über die Autorin:
 
 
Ava ReedAva Reed lebt gemeinsam mit ihrem Freund im schönen Frankfurt am Main, wo sie gerade ihr Lehramtsexamen macht. Zur Entspannung liest sie ein gutes Buch oder geht mit ihrer Kamera durch die Stadt. Das Schreiben hat sie schon früh für sich entdeckt und während des Studiums endlich ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Mit "Spiegelsplitter" verfasste sie ihren ersten eigenen Roman. Mittlerweile arbeitet sie an zahlreichen romantisch-fantastischen Geschichten.


Dienstag, 8. Dezember 2015

(Rezension) Abschied für immer und nie von Amy Reed

 
Hallo meine Lieben!
 
Heute stelle ich euch ein sehr emotionales Buch vor, das mich richtig überrascht hat:
 
Abschied für immer und nie von Amy Reed
 
An dieser Stelle möchte ich mich nochmals ganz herzlich für das tolle Rezensionsexemplar bedanken, das ich von dem Verlag HarperCollins zugeschickt bekommen habe.
 
Klappentext:
Ein Leben außer Kontrolle.
„Mal im Ernst, Evie, was haben wir schon zu verlieren?“ Was die krebskranke Evie noch will, ist eine letzte Reise. Noch einmal das Adrenalin in den Adern spüren. Noch einmal auf den Rat ihrer Freundin Stella hören: Lebe wagemutig. Aber die Flucht aus der Klinik wird alles verändern …
Evie fällt es unsagbar schwer, in die Welt der Gesunden zurückzufinden. Bis sie Marcus trifft. In seiner Nähe fühlt sie sich lebendig. In seinen Exzessen, seinen fantastischen Höhenflügen. Nur ahnt sie nicht, dass sie nur einen Schritt vor dem Abgrund steht …
 
Erster Satz:
"Kommt, wir gehen in die Cafeteria", sagt Stella.
 
Eigene Inhaltsangabe:
Evie ist eine beliebte Schülerin an der Highschool - Cheerleaderin, eine perfekte Tochter und sie hat einen umwerfend aussehenden Freund, der ihr jeden Wunsch von den Augen abliest. Doch dieses Leben ändert sich schlagartig, als bei Evie eine seltene und schlimme Krebsform, genannt Ewig-Sarkom festgestellt wird. Obwohl ihre Ärzte alles daran setzten, ihr junges Leben zu retten oder zumindest zu verlängern, schlägt die Chemotherapie nicht ein und das Mädchen hat nur eine Überlebenschance von 4%. Ihr trauriges Schicksal teilt sie nun mir ihren neuen besten "Krankenhausfreunden" Stella und Caleb, die sie ständig ermuntern und zum Lachen bringen. Von ihren Eltern, ihrem Freund Will und ihrer besten Freundin Kasey fühlt sie sich immer mehr unverstanden weil sie im Endeffekt nicht mehr an deren Leben teilnimmt. Als Stella eines Tages mit Calebs Hilfe Evie zu einem riskanten und verbotenem Ausflug aus dem Krankenhaus überredet, ahnt das Mädchen noch nicht, mit welchen Konsequenzen diese Flucht verbunden ist. Danach sprechen die Ärzte von einem Wunder, denn Evie scheint vollkommen geheilt zu sein. Schon bald darf sie nach Hause in ihr altes Leben zurückkehren. Doch nichts ist sie so wie früher - sie ist nicht mehr die alte Evie und die Schuldgefühle, die sie nur plagen, reißen sie in den Abgrund...
 
Meine Meinung:
Als ich das Buch von dem Verlag HarperCollins bekommen habe, dachte ich mir erstmal, dass es bestimmt eine ähnliche Geschichte beinhaltet wie der Bestseller "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". Und auch bei den ersten Seiten hatte ich noch diesen Eindruck, doch ab dem Moment, als Evie den schicksalshaften Ausflug unternimmt, hat die Geschichte eine vollkommen andere Wendung eingeschlagen! Ich war ziemlich überrascht, denn mit all dem, was auf den Leser zukommt - war ich schlicht und ergreifend nicht vorbereitet!  "Abschied für immer und nie" ist kein Buch, das von einer Liebesgeschichte handelt, die einem das Herz bricht. Es ist auch kein Buch, in dem es nur so von starken und perfekten Helden wimmelt. Es ist dramatisch, brutal, ergreifend, ehrlich - und doch noch so viel mehr!  
 
Die Protagonistin Evie fand ich am Anfang ziemlich sympathisch und hatte mit ihr unendlich Mitleid, obwohl das für sie das Letzte wäre, was sie sich gewünscht hätte. Dank ihrer Freunde, Stella und Caleb, die für sie stets da waren, auch in den aller schlimmsten Momenten und Schmerzen, die sie bei den vielen Therapien erleiden musste, konnte sie dennoch lachen und ein bisschen Glück verspüren. Als die Ärzte sie plötzlich als "krebsfrei" erklärt und nach Hause geschickt haben, konnte Evie nicht mit ihrem Leben im Krankenhaus abschließen. Ab diesem Moment fühlt sie sich von allen verraten und missverstanden, obwohl sie von ihnen verhätschelt und sehr geliebt wird. Das Problem ist, dass alle von ihr ein bestimmtes Verhalten erwarten und dass sie wieder die alte, beliebte und sorglose Evie von früher wird. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Evie kapselt sich ab, ist depressiv und findet keinen Anschluss mehr in die Welt der "Gesunden". Was in ihr vorging, konnte ich meist gut nachvollziehen, da die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird. Natürlich trifft Evie die falschen Entscheidungen und handelt komplett unüberlegt, aber in den meisten Fällen konnte ich mich in sie hineinversetzten und verstehen, warum sie all das tat. Dennoch wollte ich sie oft einfach nur schütteln und sie darauf hinweisen, dass ihre Mitmenschen und Familie sie lieben und nur das Beste für sie wollen, obwohl sie sie mit ihrer Liebe oft schon erdrückten. Denn auch sie taten Fehler und behandelten Evie wie ein rohes Ei und immer noch als das Mädchen mit Krebs, obwohl sie doch nichts anderes als wieder normal sein wollte. Obwohl jeder Verständnis für sie hatte - verstand niemand nur annährend, was sie alles durchmachen musste und wie die Krankheit sie verändert hatte. Zudem wird Evie von Schuldgefühlen geplagt und kann nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet sie wieder gesund ist, obwohl sie das ihrer Meinung nach gar nicht verdient hätte. All das führte dazu, dass das Mädchen eine sehr schwierige und oft anstrengende Protagonistin abgegeben hat und mit der Zeit undankbar und egoistisch rüber kam und auch so handelte. Ich denke jedoch, dass ihr Verhalten absolut realistisch dargestellt wurde und Menschen, die so viel Leid durchmachen mussten, irgendwann die Realität komplett ausblenden und sich immer wieder aufs Neue falsch entscheiden.  
 
Die anderen Charaktere wie z.B. Stella und Caleb konnte ich mir sehr gut vorstellen. Vor allem ist Stella ein sehr markanter, humorvoller, sarkastischer und starker Mensch, den man einfach mögen muss - wenn man sie näher kennenlernt. Über Evies Eltern und deren überfürsorgliches Verhalten habe ich mich oft geärgert, obwohl ich ihre Handlung auch irgendwo nachvollziehen konnte. All die anderen Romanfiguren fand ich auch sehr gut ausgearbeitet und facettenreich, obwohl manche wie z.B. Kasey mir dann doch etwas zu klischeehaft waren.
 
Der Schreibstil der Autorin ist sehr emotional und fesselnd. Es gibt unheimlich viele Stellen die sich poetisch anhören und noch mehr, die von einem schlimmen Schmerz gekennzeichnet sind und unter die Haut gehen.
 
Die Handlung fand ich immer spannend, es gab vielleicht klitzekleine Stellen im Buch, die etwas in die Länge gezogen wurden, dennoch fand ich sie nie langweilig. Die Geschichte überzeugt vor allem mit überraschenden Wendungen. Ich dachte z.B. oft, dass ich weiß, in welche Richtung das Buch ungefähr gehen wird, doch im Endeffekt wurde ich immer wieder überrascht und war über den Ausgang schockiert.
 
So habe ich mich natürlich die ganze Zeit gefragt, wohin die Geschichte denn eig. führt. Evie lernt in der Zwischenzeit Marcus kennen, für den sie eig.leben möchte und der ihr auch gut tut. Dennoch tun sich Abgründe auf, die für das Mädchen einfach zu tief sind und sie mit hineinziehen. Man weiß bis zum Schluss nicht, wie die Story endet und ob Evie noch zu sich und ihr persönliches Glück findet.
Ich muss sagen, ich war nach dem ich das Buch zu Ende gelesen habe, doch ziemlich überrascht und die Geschichte lässt mich aber leider mit offenen Fragen und gemischten Gefühlen zurück.
 
 
Zitat:
Ich habe keine Ahnung, was mit mir geschieht wenn ich tot bin. Ich weiß noch nicht einmal, wie ich anfangen soll, es mir vorzustellen. Die Leute erzählen mir immer, wir ruhig und friedlich es sein wird, dass ich an einen Ort komme, an dem ich für immer glücklich bin, aber ich glaube ihnen nicht. Es wird ein Ort ohne Will sein. Das weiß ich mit Sicherheit. Wo ich auch hingehe, ich muss ihn zurücklassen. Und das soll das Paradies sein? Was nützt mir der Himmel, wenn der Mensch fehlt, den man am meisten liebt auf der Welt?
 
Cover:
Das Cover ist ziemlich unspektakulär und dezent gehalten. Im Hintergrund ist eine Stadt voller funkelnder Lichter zu sehen. Darauf prangt der Titel, der in meinen Augen sehr interessant aussieht und den Inhalt in gewisser Weise wiedergibt - denn, wenn man genauer hinschaut, kann man erkennen, dass die Buchstaben verschmiert sind. Das hat auch einen Grund, denn so sieht eine Schrift aus, auf die Tränen getropft sind. Das erinnert mich gleich an Evie, die hin und wieder Briefe an Stella geschrieben und dabei auch geweint hat.
 
Fazit:
Die tiefgründige Geschichte überzeugt mit sehr emotionaler und überraschender Handlung. Ich war von dem Verlauf des Buches sehr bewegt, schockiert, traurig und auch nach dem ich es zu Ende gelesen habe, muss ich über vieles noch ein mal nachdenken und mir bewusst machen, wo in meinem Leben die Prioritäten stehen und ob sie nicht woanders setzten soll. 
Auf die Protagonistin muss man sich erst einlassen, denn es ist nicht leicht, zu verstehen, warum sie sie sich so verhält. Dennoch konnte ich mich in sie hineinversetzen und wusste dass bei ihrer Denkweise auch kein anderes Verhalten möglich war.
Die Geschichte hat mich berührt, zum Weinen und Lachen gebracht und ich kann dieses Buch nur weiter empfehlen. Ja, es ist sehr deprimierend und nichts für zwischendurch, dennoch ist es bereichernd und bringt einen zum Nachdenken.
Es fällt mir gerade schwer, das Buch zu bewerten, denn es ist auf der einen Seite genial, absolut ehrlich und realistisch, auf der anderen Seite fand ich aber, dass es doch für meinen Geschmack einfach zu traurig war. Die Protagonistin hat sich im Laufe der Geschichte auch stark verändert und wurde mir mit der Zeit weniger sympathisch weil sie so egoistisch und undankbar gehandelt hat. Auch das Ende hat mir ehrlich gesagt nicht so gut gefallen, es ist einfach viel zu offen. Deshalb vergebe ich 4 von 5 möglichen Sternen.
 
 
Über die Autorin:
 
Amy Reed, geboren und aufgewachsen in und um Seattle, hat vor ihrem 18. Lebensjahr acht Schulen besucht. Die häufigen Umzüge haben sie rastlos gemacht. Nach dem Abschluss der Film-Hochschule in San Francisco hat sie ihren Master in Creative Writing auf dem New College in California absolviert. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Ashville, North Carolina, wo sie sich endlich zu Hause fühlt.