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Samstag, 23. April 2016

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Hallo meine lieben!
 
Heute möchte ich euch mein aktuelles Buch vorstellen, das ich momentan lese:
 
 
Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes
 
Klappentext: (auf dem Bild kann man den Klappentext leider nicht so einfach entziffern! -Sorry-!)
 
Lou & Will
Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.
Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will.
Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.
 
*****
 
Die Liebesgeschichte rund um die junge Frau Lou und Will, den Mann ,der jeglichen Lebensmut verloren hat, begeistert zurecht Millionen von Lesern und bricht ihnen das Herz!
Ich liebe dieses Buch über alles und das obwohl ich anfangs skeptisch war, da es normalerweise nicht dem Genre angehört, das ich sonst lese. Zudem wusste ich schon von Anfang an wie das Buch enden wird, da ich leider dermaßen zugespoilert wurde und habe schon befürchtet, dass mich die Geschichte nicht mehr packen wird. Dennoch bin ich in jeder Hinsicht geflasht und kann diesen Roman einfach nicht mehr aus der Hand legen! Die Charaktere, die die Autorin Jojo Moyes erschaffen hat, sind unglaublich authentisch und vor allem die lebensfrohe Lou mag ich wegen ihrem sarkastischen Humor wirklich sehr. Wills Verhalten ist noch etwas bissig und ätzend und seine Konversationen mit Lou sind deshalb einfach nur köstlich! Ich wurde schon lange nicht mehr so gut unterhalten!
Obwohl ich noch nicht sehr weit bin, weiß ich schon jetzt, dass dieses Buch zu meinen absoluten Jahreshighlights gehören wird! Ich lache dabei Tränen und habe gleichzeitig oft das Gefühl, in einem tiefen, dunklen Loch zu stecken, das mich mit Trauer erfüllt!
 
Liest jemand von euch vielleicht auch gerade "Ein ganzes halbes Jahr" oder hat es bereits gelesen? Wie fandet ihr diesen Roman? Habt ihr ihn auch so geliebt wie ich?
 
Ich wünsche euch einen wunderschönen Samstag!
 

Sonntag, 12. April 2015

(Rezension) Heart Beat Love von James Patterson / Emily Raymond



Hallo Ihr Lieben!

Ich habe heute Abend ein tolles, aber sehr trauriges Buch zu Ende gelesen. Es handelt sich um den neuen Roman von dem bekannten Schriftsteller James Patterson und von Emily Raymond, die ihn mit ihm zusammen geschrieben hat:

Heart. Beat. Love.




Buchdetails:
Erscheinungsdatum Erstausgabe: 01.04.2015
Aktuelle Ausgabe: 01.04.2015
Verlag: DTV
Seiten: 317
Genre: Jugendbuch
Band: Einzelband
Preis: 16,95 Euro (Gebundene Ausgabe)
14,99 Euro (eBook)

Klappentext:
Scheinbar aus heiterem Himmel schlägt Axi ihrem besten Freund Robinson einen Trip quer durch die USA vor. Robinson macht mit und verwandelt die Reise in ein verwegenes Abenteuer: Statt mit dem Greyhoundbus düsen die beiden auf einer geklauten Harley los. Sie übernachten unter freiem Himmel und schwimmen in Privatpools und immer wieder fragt sich Axi, wann aus ihrer Freundschaft endlich mehr wird. Doch eines Morgens holt sie das Schicksal ein und es wird ihnen klar, dass sie sich vom ersten Augenblick geliebt haben und jeden einzelnen Moment des Glücks, der ihnen bleibt, auskosten wollen . . .

 
Erster Satz:
Okay, auch auf die Gefahr hin, mich selbst nicht gerade ins beste Licht zu rücken, muss ich als Erstes zugeben, dass ich damals ein absoluter Gutmensch war, eine richtige Streberin.

Inhalt:
Robinson ist eigentlich ein sehr intelligenter 18-jähriger Junge, aber er ist auch ein Draufgänger und hat die Schule hingeschmissen. Seine 16 - jährige beste Freundin Axi,  ist dagegen eine richtige Streberin, die pünktlich ihre Hausaufgaben macht und nie im Unterricht fehlt. Als sie eines Tages Robinson vorschlägt, mit ihr einen Trip quer durch die USA zu unternehmen, ist er zunächst sprachlos und überrascht, aber auch sofort Feuer und Flamme für die verrückte Idee. Sie möchten einfach beide aus dieser Stadt abhauen, da sie das gleiche traurige Schicksal teilen. Axi lebt nach dem Tod ihrer Schwester bei ihrem Vater, der sich scheinbar nur für Alkohol interessiert und ihre Mutter hat sie verlassen. Und auch Robinson, der bei seinem Onkel lebt, hat nicht viel zu verlieren. So machen sie sich kurzerhand auf den Roadtrip ihres Lebens und als erstes klauen sie eine Harley und fahren weit weg,  übernachten unter freiem Himmel, schwimmen in Privatpools, verlieben sich ineinander und leben ihren Tag, als ob er ihr letzter sein könnte. Was sie jedoch nicht ahnen - diese Augenblicke, sie sie jetzt genießen, sind die letzten, die ihnen noch bleiben.
 
Meine Meinung:
Dieses Buch stand schon länger auf meiner Wunschliste und als es endlich erschienen ist, da habe ich es mir auch gleich geholt.
 
Dieser Roman ist herzergreifend, tiefgründig, humorvoll, traurig und er geht richtig unter die Haut. Das Lesen bereitet das volle Vergnügen und man fliegt nur so über die Seiten. Das Besondere an dem Buch ist auch die Gestaltung, es gibt nämlich ungefähr auf jeder dritter Seite schwarz - weiße Fotos, die die wichtigsten Momente von Axi und Robinson zeigen. Das und die kurzen Kapiteln tragen dazu bei, dass man sehr schnell fertig mit dem Buch ist, weil man immer noch ein Stückchen weiter liest, obwohl man bei einem anderem Roman vielleicht eine Pause eingelegt hätte.
Der Schreibstil des Autors und der Autorin, mit der er zusammen den Roman geschrieben hat, ist einfach wunderschön und berührend zugleich und ich hätte es nie bemerkt, dass das Buch von zwei Schriftstellern stammt.
 
Die Protagonistin Axi ist ein absolut authentisches Mädchen, das ihre Abenteuer aus der Ich-Perspektive erzählt. Sie ist sehr gut in der Schule, liebt Bücher und Physik. Sie ist eher zurückhaltend und als sie ihre verrückte Idee mit dem Roadtrip in die Tat umsetzen will, da ist sogar ihr bester Freund Robinson mehr als erstaunt, der sie seit Jahren kennt. Er ist sehr intelligent, einnehmend, mutig, charmant und humorvoll, sodass mich oft seine Aussagen und Witze zum Lachen gebracht haben. Er ist auch mein Lieblingsprotagonist, weil er so herzerwärmend ist und weil er einfach jeden um seinen kleinen Finger wickeln kann.
Robinson bringt einfach die nötige Frische in diesen Jugendroman, der von dem Wunsch nach Freiheit und Liebe handelt. Von den unglaublichen und spannenden Abenteuern, die die zwei Teenager erlebt haben, hatte ich nie genug und war traurig darüber, als sie zu Ende gingen und die Protagonisten sich dem bitteren Ernst des Lebens stellen mussten. Aber die Abenteuer waren es wert und ich konnte die USA noch mit ganz anderen Augen sehen und war so begeistert, dass ich wahrscheinlich auch super gerne bei diesem Roadtrip mitgemacht hätte. Davon kann man jedenfalls nicht genug bekommen.
Die Geschichte entlockt uns so viel Mitgefühl aber auch den puren Genuss am Leben. Sie beschert dem Leser viele Glücksmomente, aber auch Trauer, die einen fiesen Kloß im Hals bildet, die aber eine wichtige Botschaft in sich trägt.
Ich war von dem Buch begeistert und zutiefst berührt! Es enthält alles was der Titel schon verspricht, viele Gefühle und Liebe und eine unvergessliche Reise in die Freiheit, von der man sich wünscht, dass sie nie zu Ende geht. Die Protagonisten haben mich vollkommen überzeugt und ich habe sie schon gleich am Anfang ins Herz geschlossen. Sie geben das perfekte Bonnie und Clyde - Paar ab und tun so verrückte Dinge, bei dem man nur mit dem Kopf schütteln kann. Dabei merkt aber immer, dass sie ein so gutes und reines Herz besitzen und man wünscht ihm als Leser einfach das Glück, das die beiden so sehr verdienen.
Das Ende ist sehr berührend und ich habe die letzten 150 Seiten in einem Zug gelesen, ohne das Buch aus der Hand zu legen. Der Roman nahm einfach so eine überraschende Wendung ein, von der ich nicht gerechnet hätte und die mich gerade immer noch nicht loslässt.
 
Zitat:
Der Himmel über Colorado war so blau, dass es in den Augen schmerzte. Und wir mussten der schrecklichen Wahrheit ins Gesicht sehen: Man kann seine Flucht planen, sein Leben und seine Familie zurücklassen und in einem gestohlenen Wagen über den Highway rasen. Aber vor manchen Dingen kann man einfach nicht weglaufen.
 
Cover:
Das Cover war schon mal das erste was mich alarmiert hat, das Buch zu kaufen und meinen SuB zu erweitern. Die Abbildungen spiegeln genau den Titel und den Klappentext wider, man merkt sofort dass es um Abenteuer und Liebe geht. Dabei finde ich, dass sie überhaupt nicht das Bild, das ich von Axi und Robinson und dem ganzen Roadtrip hatte, in keiner Weise beeinträchtigten. Es war sogar eine wundervolle Ergänzung zum Inhalt, genauso wie all die Bilder, die im Buch enthalten sind.
 
Fazit:
Es ist ein absolut gelungener und empfehlenswerter Roman. Von der ersten Seite an ist die Geschichte sehr spannend, voller Träume und Wünsche Jugendlicher und dann ist er auch bitterernst, herzzerreißend, zutiefst berührend und traurig. Bei diesem Roman muss man einfach mitlachen und weinen. Der Roadtrip der beiden Teenager ist unglaublich und abenteuerlich. Ich finde bei dem Buch einfach keine Minuspunkte, außer dass ich mir gewünscht hätte, dass die Reise nie zu Ende geht:) Deshalb vergebe ich volle 5 von 5 möglichen Sternen!
 
 
Über die Autoren:
 
 
James Patterson, geboren in New York, arbeitete in einer Werbeagentur, bevor er anfing, Kriminalromane zu schreiben. Bis heute hat er fast 100 Bücher verfasst und zählt zu den erfolgreichsten Autoren aller Zeiten. Seine Bücher haben sich weltweit über 280 Millionen Mal verkauft und wurden in 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Florida.


Co - Autorin Emily Raymond lebt mit ihrer Familie in Portland im Bundesstaat Oregon.
Als Ghost - Writerin hat sie bereits mehrere Bestseller verfasst.


Freitag, 10. April 2015

(Rezension) Was fehlt wenn ich verschwunden bin von Lilly Lindner




Hallo Ihr Lieben,

heute möchte ich euch gerne ein Buch vorstellen, das mich zutiefst berührt hat.


Was fehlt wenn ich verschwunden bin von Lilly Lindner




Buchdetails:
Erscheinungsdatum Erstausgabe: 19.02.2015
Aktuelle Ausgabe: 19.02.2015
Verlag: Fischer
Seiten: 397
Band: Einzelband
Genre: Jugendbuch
Preis: 9,99 Euro (Taschenbuch)
9,99 Euro (eBook)

Klappentext:
Das erste Jugendbuch von Bestsellerautorin Lilly Lindner - Lilly Lindner ist ein Phänomen. Sie ist ein außergewöhnliches Schreibtalent. Nun hat sie ihr erstes Jugendbuch geschrieben und trifft mit ihrer glasklaren und poetischen Sprache jeden Leser direkt ins Herz.

April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen? Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.

Erster Satz:
Liebe April,

du bist jetzt schon fast eine Woche weg, und ohne dich ist es schrecklich langweilig hier. 

 
Inhalt:
Der Klappentext sagt das wichtigste schon aus. Es geht in diesem Roman um zwei junge, sehr intelligente Mädchen, beide Schwestern, die von ihrer Familie nicht verstanden werden. April ist 16 Jahre alt, überdurchschnittlich klug und leidet seit sie 8 Jahre alt, an Magersucht. Als sie mit ihren zarten 16 Jahren endlich in eine Klinik kommt, scheint es, als ob es längst zu spät für sie wäre. Sie ist dort ganz allein auf sich gestellt, sie spricht mit niemanden und bekommt kaum Besuch von ihren Eltern. Und so schreibt ihr Tag für Tag ihre kleine 9-jährige Schwester Phoebe Briefe, die ihr Kraft spenden sollen. Aber sie antwortet kein einziges Mal darauf und das verletzt Phoebe sehr. Sie gibt jedoch nicht auf, und schreibt weiterhin...monatelang. Was sie nicht weißt - ihre Eltern sind an all dem ganzen Drama schuld und verbieten sogar, dass April auf all die Briefe antwortet. Ja, sie darf sogar ihre kleine Schwester Phoebe nicht ein einziges Mal sehen.
 
Meine Meinung:
Dieser Roman hat mich zu Tränen gerührt und ich weiß gerade nicht wo ich eig. anfangen soll. Das Buch ist von Anfang an sehr traurig und hat mich auf der anderen Seite unglaublich wütend gemacht.
Die Geschichte beginnt mit Phoebes Briefen und ab der Hälfe mit den von April. Phoebe ist 9 Jahre alt, überdurchschnittlich intelligent und gerade diese Tatsache wird ihr zum Verhängnis, genauso wie bei ihrer 16- jährigen Schwester April. Das kann man sich gar nicht vorstellen oder? Eig. sollten ihre Eltern sich glücklich schätzen, so kluge Töchter zu haben, aber sie tun das nicht! Sie verstehen sie nicht mal. April hat sich schon lange aufgegeben, sowie ihre Worte und ihre Sprache. Sie ist stumm und kommuniziert nicht mehr mit ihrer Familie, nur mit ihrer kleinen Schwester. Beide Mädchen haben einen unglaublichen Wortschatz und ein Weltverständnis, das nicht mal die Erwachsenen besitzen. Ihre Eltern haben sogar Angst davor und wünschen sich "normale" Kinder. Anstatt sie zu fördern, treiben sie sogar die kleine April in die Magersucht, mit gerade 8 Jahren! Als sie Phoebe bekommen, hoffen sie wieder auf Normalität und behandeln sie besser als ihre große Schwester. Aber auch sie ist für sie zu intelligent und wird von ihnen nicht verstanden. Dazu muss ich sagen, dass die Eltern auch sehr gebildet sind, der Vater arbeitet in einem Büro und ist sogar der Chef dort und die Mutter betreut Pflegekinder. Aber beide sind mit ihren eigenen Kindern überfordert und halten sie auf Abstand. Sie umarmen sie nicht, sie fassen sie nie an, sie schreien sie nur an...sie verstehen sie einfach nicht. Und was für einen Ausmaß all die Kleinigkeiten haben, ist unglaublich erschütternd. Was die Eltern ihren Töchtern antun ist die pure Gewalt. Und das obwohl sie sie kein einziges Mal geschlagen haben. Ich würde sagen, dass ihre Ignoranz und ihr Desinteresse genauso schlimm sind.
Zu dem Schreibstil der Autorin kann ich sagen, dass er sehr besonders ist. Er geht richtig unter die  Haut.  Der Roman wird ausschließlich aus Phoebes und Aprils Sicht erzählt in Form von Briefen, was an sich schon sehr interessant ist. Die Sätze sind entweder lang geschrieben oder ganz kurz, so dass sie eigentlich keine sind, es sind nur Wörter und dann kommt ein Punkt. Das alles vermittelt die Emotionen der beiden Protagonistinnen und die Geschichte zieht deshalb den Leser so in ihren Bann.
Bei Phoebe merkt man gleich, dass sie ein besonderes Kind ist. Sie erzählt oft Dinge, die zu ihrem Alter passen, aber dann gibt es auch so viele Worte, die nicht zu ihr passen, weil sie viel zu klein dafür ist und sie die noch gar nicht kennen sollte. Sie versteht sogar viele Zusammenhänge besser als Erwachsene und macht sich sehr viele Gedanken. Genau damit sind auch ihre Eltern überfordert, weil sie ihr kleines Mädchen nicht verstehen. Sogar in der Schule wird sie von ihrer Deutschlehrerin nicht verstanden und diese ruft oft ihre Eltern an. Dabei ist es erstaunlich, wie sie den ganzen Schmerz, den sie verspürt, wenn sie ausgegrenzt und übersehen wird und die Sehnsucht nach ihrer Schwester, ausdrückt.
April, ist wie Phoebe ein sehr liebes und hilfsbereites Mädchen. Sie hat auch so ein sauberes Herz und ich bin erschüttert darüber, dass sie so tief abgestürzt ist, dabei überrascht mich das jetzt nicht mehr, da ich weiß, warum es dazu gekommen ist.
Ich konnte mich in beide Protagonistinnen sehr gut hineinversetzten und ihren Schmerz nachempfinden. Ich habe mich genauso wie Phoebe die ganze Zeit gefragt, warum ihre Schwester ihr nicht antwortet. Als ungefähr in der Hälfte endlich die April zu Wort kommt, war ich über ihre Briefe mehr als schockiert. Ich habe erwartet, dass sie an Magersucht leidet, weil sie irgendwelchen Idealen nachläuft und ihre Krankheit nicht wahrnimmt, aber die Erkenntnis, warum sie daran leidet, hat mich vom Hocker gerissen und überrascht, auch wenn Phoebe schon viele Vermutungen davor lieferte.
Das Buch ist auf jeden Fall nichts für Zwischendurch, da es einen noch sehr lange beschäftigen wird. Es ist aber eine Geschichte, die jeder einmal lesen sollte, nicht nur Jugendliche, sondern vor allem Erwachsene, weil wir doch oft übersehen, was in einem Kind vorgehen kann.
 
Zitat:
Meine liebe, liebe April - wenn du nur bald gesund wirst und endlich wieder bei uns bist. Ohne dich sind wir nämlich nicht ganz.
Wir sind ein halber Fork.
Eine halbe Mama.
Ein halber Papa.
Und nur noch ein ganz kleines Stück ich.
Ohne dich bin ich nämlich nicht einmal halb.
 
Cover:
Auf den ersten Blick ist dieses Cover nichts besonderes. Einfach nur weiße Buchstaben auf blauem Hintergrund. Bei genauen Hinsehen aber merkt man, wie dieses Cover perfekt zum Inhalt passt. Das Wort "Ich" setzt sich aus vielen weißen Vögel /Tauben zusammen, die unruhig umherflattern. Wenn sie nicht still bleiben, dann fliegen sie davon - und das Wort, das sie bilden - verschwindet... Das "Ich" verschwindet. Und genau darum geht es in dieser emotionalen Geschichte. April und Phoebe haben immer die Angst, eines Tages komplett zu verschwinden, weil sie einfach von niemanden beachtet und wirklich gesehen und wahrgenommen werden. Sie haben Angst sich zu verlieren.
Ich finde das Cover sehr aussagekräftig. Es ist einfach perfekt, so schlicht und dennoch drückt er die ganze traurige Wahrheit aus.
 
Fazit:
Ich bin über den Roman geschockt, überrascht und sehr, sehr traurig. Er ist tiefgründig, hat absolut authentische Protagonistinnen, die mich mit ihren Gedanken und ihrem Schicksal sehr berührt haben.
Dieses Buch hat auf jeden Fall 5 von 5 möglichen Sternen verdient, weil er jede noch so kleine Gefühlsregung perfekt wiedergibt und ich kenne bisher nicht viele Romane, die so emotional geschrieben wurden. Dieses Buch bleibt einem auch garantiert länger im Gedächtnis.
 
 
Über die Autorin:
 
 
Lilly Lindner, geb. 1985 in Berlin, begann bereits mit fünfzehn begann sie autobiographische Texte und Romane zu schreiben. Viel Zeit verbringt sie heute mit der Arbeit mit Kindern.