Dienstag, 16. Juni 2015

(Rezension) Die Überlebenden, Band 1 von Alexandra Bracken

 
 
Hallo meine Lieben!
 
Heute stelle ich euch eine sehr dramatische und erschütternde Dystopie vor:
 
Die Überlebenden von Alexandra Bracken
 
An dieser Stelle möchte ich mich beim GOLDMANN Verlag für das tolle Rezensionsexemplar bedanken!
 
 
 
Buchdetails:
Erscheinungsdatum Erstausgabe: 18.08.2014
Aktuelle Ausgabe: 18.08.2014
Verlag: Goldmann
Seiten: 542
Band: 01/ 03?
Genre: Dystopie, Jugendbuch
Preis: 12,99 Euro (Taschenbuch)
9,99 Euro (eBook)
 
Klappentext:
Ruby hat überlebt. Doch der Preis dafür war hoch. Sie hat alles verloren: Freunde, Familie, ihr ganzes Leben. Weil sie das Virus überlebt hat. Weil sie nun eine Fähigkeit besitzt, die sie zur Bedrohung werden lässt, zu einer Gefahr für die Menschheit. Denn sie kann die Gedanken anderer beeinflussen. Deshalb wurde sie in ein Lager gebracht mit vielen anderen Überlebenden. Deshalb soll sie getötet werden. Aber Ruby hat nicht überlebt, um zu sterben. Sie wird kämpfen, schließlich hat sie nichts zu verlieren. Noch nicht ...
 
Erster Satz:
Grace Somerfield starb als Erste.
 
 
Inhalt:
Bei der 10-jährigen Ruby machen sich plötzlich die Symptome bemerkbar, die für das gefürchtete Virus im Land stehen. Alle infizierten Kinder entwickeln übernatürliche Fähigkeiten, vor denen die Menschen Angst haben. Somit wird die erkrankte Protagonistin schnellst möglichst in ein Lager gebracht, in dem sie laut der Regierung geheilt werden sollte. Doch das ist definitiv nicht der Fall, denn dort werden die Kinder erst in verschiedene Farben eingeteilt, wobei die Blauen und Grünen weniger gefährlich für die Gesellschaft sind als Rot, Geld oder Orange. Danach werden viele davon getötet und gezwungen zur Arbeiten oder für Laborversuche missbraucht. Ruby gelingt es, sich als eine Grüne auszugeben, dabei ist sie das nicht - sie kann durch das Virus die Gedanken von Menschen manipulieren oder komplett auslöschen. Doch auch ihr Leben ist alles andere als leicht in dem Lager, in den sie zugeteilt wurde. Als sie 15 Jahre alt wird, soll sie getötet werden...
 
Meine Meinung:
Ich habe von dieser Dystopie schon ganz viel gehört und habe mich umso mehr gefreut, als ich das von mir angefragte Buch von dem Verlag bekommen habe.
Der erste Band dieser spannenden Dystopie wird ausschließlich aus Rubys Sicht erzählt, der ziemlich sympathischen Protagonistin.
Anfangs konnte ich mit ihr nicht wirklich warm werden, weil sie ständig ihre beste Freundin im Stich lässt, da sie Angst vor den Wachen hat, die für das Lager zuständig sind. Aber dafür hat sie eine tolle Wandlung vollzogen, denn mit der Zeit wird sie mutiger und ehrlicher. Zudem ist sie keine perfekte Heldin, sondern einfach ein junges Mädchen mit vielen Kanten und Ecken.
Die anderen Charaktere fand ich auch sehr gut ausgearbeitet, vor allem die kleine, süße Zu, Chubs, der mich öfter zum Schmunzeln brachte und Liam, der das Herz am richtigen Fleck hat.
 
Zu der Handlung muss ich sagen, dass sie anfangs extrem spannend war, weil einfach ständig etwas grausames geschehen ist, was mir richtig unter die Haut ging. Das war vor allem die Alltagsbrutalität, die so konsequent im Lager gegenüber den Häftlingen - Kindern, durchgesetzt wurde aber auch all die Ereignisse außerhalb davon, an die sie sich die Ruby noch vor ihrem 10. Geburtstag erinnerte.
Danach fand ich, dass es leider viele Stellen gab, die sich etwas in die Länge gezogen haben und die ich nicht all zu interessant fand. Dabei hätte ich mir z.B. gewünscht, dass die Autorin uns Lesern noch mehr die Welt schildert, in der die Menschen nun leben und wie sie mit dem Virus zurecht kommen, überhaupt wie die Umgebung aussieht, nachdem die Regierung so viele Kinder den Eltern weggenommen hat. Irgendwie hatte ich leider kein konkretes Bild von dieser Welt in meinem Kopf und das fand ich sehr schade.
 
Dafür fand ich den Schreibstil richtig toll, der flüssig und eindrucksvoll ist. So konnte mich die Autorin an bestimmten Stellen sehr berühren oder gar schockieren. Ich fand die Geschehnisse, die sie beschrieben hat, absolut authentisch und nachvollziehbar.
Obwohl das Buch relativ dick ist, fliegt man oft nur so über die Seiten (nur manche Stellen haben sich aber etwas zu sehr gezogen) und ehe man sich versieht ist man schon am Ende angelangt. Das liegt wohl daran, dass es zum Schluss noch ein mal richtig spannend und etwas dramatisch wird. Außerdem hat das Ende einen fiesen Cliffhanger und ich möchte natürlich unbedingt wissen, wie es nun weiter geht.
 
Zitat:
Es wird alles gut, redete ich mir ein, als ich den kalten Flur entlangging, die Stufen hinunter, zurück zu den Mädchen und den Männern in Uniform, die unten auf mich warteten. Erst in dieser Nacht, als ich wach auf meiner Pritsche lag, wurde mir klar, dass es für mich jemals nur eine einzige Chance geben würde zu fliehen - und ich hatte sie nicht genutzt.
 
Cover:
Ich finde, dass das düstere und einfache Cover zu dem Inhalt sehr gut passt. Am meisten gefallen mir all die Vertiefungen, die man spürt, wenn man mit dem Finger über das Buch fährt. Ich finde dieses Bild von der schwarzen Silhouette, die sich in einer Art Grotte befindet, jetzt nicht außergewöhnlich oder irgendwie schön, aber doch ganz ok.
 
Fazit:
Der spannende Auftakt der neuen Dystopie fand ich auf jeden Fall gelungen. Die Protagonisten haben mich absolut überzeugt, da sie sehr authentisch rüber kommen. Vor allem glänzen sie mit ihren facettenreichen Charaktereigenschaften und sie sind keine typischen unerreichbaren Helden, sondern Jugendliche oder Erwachsene mit Kanten und Ecken.
Die Handlung ist am Anfang und zum Schluss unglaublich spannend, nur zwischendurch zieht sich die Geschichte ein bisschen und es passieren nicht oft relativ wichtige Dinge. Da mir auch die Beschreibungen von der Welt nach dem Virus gefehlt haben, bzw. fand ich sie etwas unzureichend, vergebe ich deshalb 4 von 5 möglichen Sternen.
 
 
Über die Autorin:
 
Alexandra Bracken wuchs im US-Staat Arizona auf. Nach ihrem Studium am »College of William & Mary« in Virginia zog es sie nach New York City, wo sie derzeit lebt und arbeitet. Ihren ersten Roman schrieb sie schon während des Studiums als Geschenk für eine Freundin. Die Liebe zu Büchern hat sie aber nicht nur dazu gebracht, selbst zu schreiben. Sie arbeitet außerdem bei einem großen amerikanischen Buchverlag und hat jederzeit eine Buchempfehlung parat.
 

Kommentare:

  1. Hallo Ilona,

    ich muss dir in allen Punkten zustimmen. Der Mittelteil kam mir auch langatmig vor, dafür fand ich das Ende einfach großartig.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Ilona,

    ich habe den Roman auch gelesen und fand es eigentlich ganz angenehm, das zwischendurch mal nicht so viel gekämpft wird. Im zweiten Teil geht es definitiv heftiger zur Sache, das hat echt Kraft gekostet beim Lesen.

    LG, Elke.
    http://www.elkes-literaturwolke.de

    AntwortenLöschen